Aus der Praxis, für die Praxis

Spielfilm von Christiane Büchner und Tobias Büchner

"Sieh dich nicht um! Schließ deine Tür gut ab! Öffne nie einem Fremden, auch dann nicht, wenn er sich als Milizionär ausgibt!
Heute, hier und jetzt! Eine Anleitung zum Handeln."

 

In Kuptschino, einem 500.000 Einwohner großen "Wohnmassiv" im Süden von St.Petersburg, werden Wohnungstüren aufgesprengt, verschwinden Möbel, Radiogeräte, geschehen gar Morde. Kurz und gut, allerhand Merkwürdiges geht vor, das die Ruhe der Bürger stört.
Ein kleines Kollektiv, ein Klub, hat sich unter der Losung "In Freundschaft erkennet einander" aktiv und aufklärend diesen Zuständen angenommen. Überzeugt von der eigenen Nützlichkeit patroulliert die kleine Schar regelmäßig im Wohngebiet, verfertigt Wandzeitungen und Lehrfilme und ist jederzeit bereit, Verbrecher auf eigene Faust unschädlich zu machen.
Im Unterschied zu den Zeiten des Sozialismus, als ähnliche kollektive Einheiten nicht nur gefördert, sondern als ordnende Kräfte direkt eingesetzt wurden, ist heute die Existenz solcher kollektiver Freundschaften nicht typisch, eher unsinnig und unangebracht. Der Held des Films widersetzt sich den neuen Regeln der Gesellschaft, indem er alte sozialistische Gewohnheiten bis zur Absurdität wiederbelebt und pflegt. Niemand scheint an der Arbeit des Klubs Interesse zu haben, die Mitbürger sind skeptisch, die Miliz genervt, und die Verbrecher halten sich bedeckt. Die gejagte Kriminalität bleibt ein Phantom. Dennoch wird die Frage einer besorgten Bürgerin, wie sie denn einen guten oder aber schlechten Menschen erkennen könne, eindeutig beantwortet: W Drushbe! In Freundschaft!

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